Nach
130 Jahren Firmengeschichte in der vierten Generation Rutishauser
Wer durch die grosse Schaufensterfront an der Hauptstrasse 100 -104 gegenüber
dem Seminar blickt, kann nur erahnen, was für Schätze in diesem
Haus verborgen sind. Schätze, die Geschichte sind, Geschichte gemacht
haben und wohl jeder Gegenstand für sich seine eigene Episode zu
erzählen wüsste.
Die schlichte Fassade verbirgt ein Reich, das die Faszination der Familien
Rutishauser an lebendiger Geschichte aufs Vorzüglichste widerspiegelt.
Auf rund 1000 m2 Ausstellungsfläche fühlt sich der Betrachter
in eine andere Welt versetzt, ahnt, wie unsere Vorfahren gelebt, geliebt
und gegessen haben, ahnt deren Vorliebe zum Detail, deren Hang zur Perfektion.
Man spürt, mit welcher Freude die Handwerker sich Zeit genommen haben,
um mit einfachen technischen Hilfsmitteln Prunkstücke für den
Wohnbedarf zu fertigen. Jedes Teil ein Unikat, selbstbewusst dastehend
oder von der Wand lächelnd. Und das schönste in dieser andern
Welt: Man kann die geschichtsträchtigen Stücke auch kaufen,
kann sich mit einem Hauch vom Lebensstil unserer Vorfahren umgeben und
so in den eigenen vier Wänden jenen Zeitgeist nachempfinden.
130 Jahre Rutishauser Antiquitäten in Kreuzlingen
am Bodensee
Stühle, Tische, Fauteuils, Sofas, Schränke, Kommoden, Schreibkommoden,
Betten, Truhen, Teppiche, Uhren, Kerzenständer und Figuren aus der
Zeit von der Renaissance bis Louis Philippe warten in dieser einladenden
Umgebung darauf, als Zeugen ihrer Zeit in eine neue Umgebung getragen
zu werden.
1874 war Abgas noch ein Fremdwort
Vor genau 130 Jahren wagte der begabte Handwerker L. Roth den Sprung in
die Selbständigkeit. Der damaligen Zeit angepasst, beschäftigte
er sich vor allem mit Tapezierarbeiten, mit dem Ausstatten von Herrschaftsfuhrwerken
sowie mit der Herstellung und dem Verkauf von Reitartikeln. Schon L. Roth
war daran gelegen, die Handwerkskunst der nächsten Generation weiterzugeben
und so Lehrlinge in seiner Werkstatt auszubilden. Junge, geschickte Burschen
erhielten so Gelegenheit, sich in die Materie einzuarbeiten, hinein zu
wachsen und die Begeisterung vom Chef zu spüren. So schliesst auch
Emil Karl Rutishauser 1891 seine Berufslehre beim Lehrmeister Roth mit
der Note "Vorzüglich" ab.
1895, noch vor der Jahrhundertwende übergab dann schliesslich der
ehemalige Lehrmeister seinem ehemaligen Lehrling den Koffer voller Werkzeuge
mit dem Hinweis, das Handwerk in Ehren und Qualität hoch zu halten
und dafür zu sorgen, dass das Geschäft weiterhin erblühen
soll.
Emil machte seinem Lehrmeister alle Ehre und legte sich ins Zeug wie und
wo er nur konnte. Sein guter Ruf als Sattler und Tapeziermeister war in
der Region bestens bekannt. Seine Arbeiten wurden weit herum geschätzt
und bürgten für Qualität.
Erwerb der Liegenschaft an der Hauptstrasse 100
1919 gipfelte dann der Erfolg von Emil Karl Rutishauser im Erwerb der
Liegenschaft, welche nebst dem Wohnteil auch Werkräume für die
Polsterei, Sattlerei und den Equipagenbau beinhaltete.
Der einzige Sohn, natürlich auch wieder ein Emil, war neben seinen
zwei Schwestern ein richtiger Hahn im Korb und fühlte sich zu Hause
sichtlich wohl. Schon im Alter von sechs Jahren tauschte und handelte
er alte Sachen aus purer Leidenschaft. Keine Gelegenheit liess er aus
und kein Raum war vor seinem Sammler und Handelsdrang sicher. Unter der
Treppe oder im Estrich, in seinem Zimmer oder im Schopf, überall
stapelten sich alsbald seine Errungenschaften.
Weiterentwicklung an der Hauptstrasse
Seine Mutter, selbst leidenschaftliche Geschichtsforscherin, und der Vater
hatten Verständnis für die Leidenschaft ihres Sohnes, ja sie
freuten sich sogar an seinen Schätzen.
Durch das gute familiäre Zusammenwirken und entsprechend gutem Geschäftsgang
durch den Handel mit Aussteuern, das heisst kompletten Wohnungseinrichtungen,
konnte 1927 an der Hauptstrasse weiter ausgebaut werden. Schliesslich
übernahm dann der junge Migg 1928 die Sattlerei von seinem Vater.
Getrieben von seiner Leidenschaft, war 1940 der Bau einer neuen Ausstellungshalle
nicht mehr zu umgehen.
Der kostbaren Stücke waren zuviel, und Emil wollte diese natürlich
auch ansprechend präsentieren können. Emil genoss als international
bekannter Kunsthändler und -kenner den Ruf als leidenschaftlicher
Sammler und Fachmann. Die Begeisterung für seine Gegenstände
war so gross, dass es ihm schon fast Mühe bereitete, diese zu verkaufen.
Das Tor in die Welt unserer Vorfahren. Wo Schätze von Generationen
verborgen sind, sind alle willkommen. Den unvergesslichen Blick in die
Faszination des Wohnens erleben Sie in den Räumen an der Hauptstrasse
100 -104 gegenüber dem Seminar in Kreuzlingen. Möbel mit Stil
gibt es deren viel, doch Echtheit und Klasse sind Rutishausers Ziel.
Echte antike Unikate verraten den Stil und das Qualitätsbewusstsein
des Besitzers.
Die dritte Generation Rutishauser
1945 schon trat Hans E. Rutishauser ins elterliche Geschäft für
Möbelwerkstätten und Innendekoration ein. Durch die ständigen
Anpassungen und Vergrösserungen war dann schliesslich 1954 wieder
ein grösserer Umbau nötig, welcher dem heutigen Ausmass entspricht.
Dass sich Antiquitäten und Jugendliche nicht fremd sind beweist die
Tatsache, dass sich Seminaristen während der Umbauphase in der Nacht
von Samstag auf Sonntag in den Schaufenstern zu ihrer wohlverdienten Ruhe
niederlegten, und sonntags von den Kirchgängern in die Realität
zurückgeholt wurden.
1962 übernahm schliesslich Hans Rutishauser das Geschäft, baute
es weiter aus und spezialisierte sich auf Antiquitäten und Stilmöbel.
1969 kam ein Schauraum in Gottlieben hinzu. Als Besucher spürt man
heute noch sein Flair für das zeitlos Schöne und die unbestechliche
Eleganz für erlesene Stücke. Hans Rutishauser hat den Namen
zum Begriff in Sachen Antiquitäten gemacht. Durch seine kompromisslosen
Einschätzungen und seine Ehrlichkeit wird sein Urteil auch heute
noch zur Expertise.
Die eigene Werkstätte sowie eine Polsterei und Dekorationsnäherei
garantieren für beste Qualität, für fachkundig ausgeführte
Restaurationen und für Antiquitäten, welche ihren Preis wert
sind. Wo man sass, da lass Dich ruhig nieder, gut, mit Stil, da sitzt
man immer wieder.
Rutishauser heute
1997 wechselte die Führung bereits zur vierten Generation. André
Rutishauser, der erste eidg. dipl. Einrichtungsberater der Schweiz, führte
die Tradition des Hauses aus Überzeugung fort. Aufgrund seines frühen
Todes im Januar 1999 fiel die Führung wieder an Hans Rutishauser
zurück. Ihm trat 2003 sein jüngster Sohn, Marcel Rutishauser,
unterstützend zur Seite. Und so entwickelt sich auch nach 130 Jahren
das Unternehmen weiter. In den grosszügigen Ausstellungsräumen
wird weiterhin eine einzigartige Sammlung aus dem Kulturkreis präsentiert,
welche die willkommenen Besucher während des Rundgangs wegen ihrer
Geschichte und als Zeugen handwerklichen Geschicks immer wieder in Erstaunen
versetzen. Ab Januar 2004 können Sie jeweils einen Teil diese Einzelstücke
unter www.rutishauserantiquitaeten.ch in aller Ruhe von zu Hause aus betrachten.
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